List Forum

List Forum 04/2018


Joachim Weimann
Mikroökonomie heute: ihre Bedeutung im Konzert der Methoden

Viktor Vanberg
Mikroökonomie heute: ihre Bedeutung im Konzert der Methoden: Kommentar zum Beitrag von Joachim Weimann

Joachim Weimann
Mikroökonomie heute: ihre Bedeutung im Konzert der Methoden: Replik zum Kommentar von Viktor Vanberg

Rüdiger Bachmann
Erfolge und Probleme der modernen (Mainstream‑)Makroökonomik

Peter Spahn
Erfolge und Probleme der modernen (Mainstream‑) Makroökonomik: Kommentar zum Beitrag von Rüdiger Bachmann

Rüdiger Bachmann
Erfolge und Probleme der modernen (Mainstream‑)Makroökonomik: Replik zum Kommentar von Peter Spahn

Marco Lehmann-Waffenschmidt
Evolutorische Ökonomik und Mainstream-Ökonomik – komplementär oder konfrontativ?

Karl-Friedrich Israel, Jörg Guido Hülsmann
Die Österreichische Schule als Gegenprogramm zur Standardökonomik

Ansgar Belke
Die Österreichische Schule als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Kommentar zum Beitrag von Karl-Friedrich Israel und Jörg Guido Hülsmann

Karl-Friedrich Israel, Jörg Guido Hülsmann
Die Österreichische Schule als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Replik zum Kommentar von Ansgar Belke

Hardy Hanappi
(Neo‑)Marxistische Politische Ökonomie als Gegenprogramm zur Standardökonomik

Frank Beckenbach
(Neo‑)Marxistische Politische Ökonomie als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Kommentar zum Beitrag von Hardy Hanappi

Hardy Hanappi
(Neo‑)Marxistische Politische Ökonomie als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Replik zum Kommentar von Frank Beckenbach

Stefan Kolev, Nils Goldschmid, Joachim Zweynert
Neue Ordnungsökonomik. Zur Aktualität eines kontextualen Forschungsprogramms

Björn Frank
Neue Ordnungsökonomik. Zur Aktualität eines kontextualen Forschungsprogramms: Kommentar zum Beitrag von Stefan Kolev, Nils Goldschmidt und Joachim Zweynert

Stefan Kolev, Nils Goldschmidt, Joachim Zweynert
Neue Ordnungsökonomik. Zur Aktualität eines kontextualen Forschungsprogramms: Replik zum Kommentar von Björn Frank

Bertram Schefold
Der Neoricardianismus: eine Fortsetzung klassischer Theorie

Carl Christian von Weizsäcker
Der Neoricardianismus: eine Fortsetzung klassischer Theorie: Kommentar zum Beitrag von Bertram Schefold

Betram Schefold
Der Neoricardianismus: eine Fortsetzung klassischer Theorie: Replik zum Kommentar von Carl Christian von Weizsäcker

Aysel Yollu-Tok, Fabiola Rodríguez Garzón
Feministische Ökonomik als Gegenprogramm zur Standardökonomik

Notburga Ott
Feministische Ökonomik als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Kommentar zum Beitrag von Aysel Yollu-Tok und Fabiola Rodríguez Garzón

Herbert Dawid
Potential, Erfolge und Herausforderungen der Agenten-basierten Modellierung in den Wirtschaftswissenschaften

Gisela Kubon-Gilke
Potential, Erfolge und Herausforderungen der Agenten-basierten Modellierung in den Wirtschaftswissenschaften: Kommentar zum Beitrag von Herbert Dawid

Wolfram Elsner
Klassische Institutionenökonomik

Jan Schnellenbach
Klassische Institutionenökonomik: Kommentar zum Beitrag von Wolfram Elsner

Wolfram Elsner
Klassische Institutionenökonomik: Replik zum Kommentar von Jan Schnellenbach

Dennis A. V. Dittrich
Verhaltensökonomik als Gegenprogramm zur Standardökonomik?

Christian Schubert
Verhaltensökonomik als Gegenprogramm zur Standardökonomik?: Kommentar zum Beitrag von Dennis Dittrich

Arne Heise
Postkeynesianismus

Johannes Becker
Postkeynesianismus. Ein heterodoxer Ansatz auf der Suche nach einer Fundierung: Kommentar zum Beitrag von Arne Heise

Arne Heise
Postkeynesianismus. Ein heterodoxer Ansatz auf der Suche nach einer Fundierung: Replik zum Kommentar von Johannes Becker

Sebastian Dullien, Gustav Horn
Im Diskurs bestehen

Stefan Kooths
Im Diskurs bestehen. Über den notwendigen Pluralismus in der ökonomischen Politikberatung: Kommentar zum Beitrag von Sebastian Dullien und Gustav Horn

Sebastian Dullien, Gustav Horn
Im Diskurs bestehen. Über den notwendigen Pluralismus in der ökonomischen Politikberatung: Replik zum Kommentar von Stefan Kooths

 

Joachim Weimann: Mikroökonomie heute: ihre Bedeutung im Konzert der Methoden

Für die Auseinandersetzung zwischen orthodoxer und heterodoxer Ökonomik ist die Frage bedeutsam, welche Methoden für die Analyse ökonomischer Forschungsfragen angemessen ist. Vor diesem Hintergrund wird die in der modernen Mikroökonomik angewendete Methodik beleuchtet. Als Zugang wird dabei eine Darstellung der wichtigsten wissenschaftsgeschichtlichen Entwicklungen gewählt, die von der frühen Neoklassik bis zur Gegenwart reicht. Heute ist die wirtschaftswissenschaftliche Methodik durch eine große Vielseitigkeit und Offenheit gekennzeichnet. Spieltheorie, experimentelle Ökonomik und die Verhaltensökonomik sind heute wichtige Komplemente für die mikroökonomische Modellbildung, die immer noch vor allem auf das Rationalmodell setzt. Es wird gezeigt, dass diese Methodik nach wie vor Bedeutung hat, weil sie Benchmarks produziert, die eine rationale Analyse komplexer ökonomischer Phänomene erst ermöglichen.

For the discussion between orthodox and heterodox economics, the question of which methods are appropriate for the analysis of economic research questions is important. Against this background, the methodology applied in modern microeconomics will be examined. The approach chosen is to present the most important developments in the history of science, ranging from early neoclassics to the present day. Today, the methodology of economics is characterized by great versatility and openness. Game theory, experimental economics, and behavioral economics are important complements for microeconomic modelling today, which still relies primarily on the rational model. It is shown that this methodology is still important because it produces benchmarks that enable a rational analysis of complex economic phenomena.

 

Viktor Vanberg: Mikroökonomie heute: ihre Bedeutung im Konzert der Methoden: Kommentar zum Beitrag von Joachim Weimann

 

Joachim Weimann: Mikroökonomie heute: ihre Bedeutung im Konzert der Methoden: Replik zum Kommentar von Viktor Vanberg

 

Rüdiger Bachmann: Erfolge und Probleme der modernen (Mainstream‑)Makroökonomik

Nach einer Beschreibung und kritischen Würdigung des DSGE Paradigmas in der Makroökonomik werden neuere Entwicklungen der Makroökonomik in den Bereichen Daten, empirische Methoden, Modellklassen, Schocktypen sowie thematische Neuerungen vorgestellt. Abschließend wird auf fundamentalere Kritiken an der modernen Makroökonomik eingegangen und diese kritisch diskutiert.

After an exposition of the DSGE paradigm in macroeconomics, new developments in macroeconomics in terms of data, empirical methods, model classes, shock types, and themes are presented. In conclusion, more fundamental critiques of modern macroeconomics are discussed.

 

Peter Spahn: Erfolge und Probleme der modernen (Mainstream‑) Makroökonomik: Kommentar zum Beitrag von Rüdiger Bachmann

 

Rüdiger Bachmann: Erfolge und Probleme der modernen (Mainstream‑)Makroökonomik: Replik zum Kommentar von Peter Spahn

 

Marco Lehmann-Waffenschmidt: Evolutorische Ökonomik und Mainstream-Ökonomik – komplementär oder konfrontativ?

In einem lebendigen Dialog erörtern Marco Lehmann-Waffenschmidt und Ulrich Schwalbe die Methoden und Ziele sowie den Status Quo und die Perspektiven des evolutorischen Ansatzes in der Ökonomik.

In a lively dialogue Marco Lehmann-Waffenschmidt and Ulrich Schwalbe discuss the methods and aims as well as the status quo and the perspectives of the evolutionary approach in economics.

 

Karl-Friedrich Israel, Jörg Guido Hülsmann: Die Österreichische Schule als Gegenprogramm zur Standardökonomik

In diesem Artikel umreißen wir die Sonderstellung der Österreichischen Schule (ÖS) unter den zahlreichen Strömungen der modernen Volkswirtschaftslehre, und grenzen sie methodologisch von der Standardökonomik (SÖ) ab. Die ÖS ist der klassischen Ökonomik in Denkansatz und Schlussfolgerungen weitgehend treu geblieben. Im Gegensatz dazu ist die moderne SÖ zu einer „neuen Ökonomie“ geworden, die der naturwissenschaftlichen Methodik nacheifert. Die empirische Vorhersage, die im methodologischen Instrumentalismus der SÖ als vorrangiges Ziel der Wissenschaft ausgerufen wird, bleibt in der ÖS sekundär. Sie verfolgt, wie die klassische Ökonomik, einen methodologischen Realismus. Ihr zufolge geht die Theorie der Empirie voraus. Die ökonomische Theorie ist, trotz ihrer Fehler und Unvollständigkeit, im Sinne der ÖS a priori. Die Empirie wiederum wird als rein deskriptiv verstanden. Sie beschreibt die Phänomene, die es kausalwissenschaftlich zu erklären gilt. Es führt aber kein Weg von der Empirie zur Erkenntnis allgemeiner Kausalzusammenhänge. Einer der bedeutendsten Beiträge der ÖS zur modernen Wirtschaftsforschung ist die Herausarbeitung der Untauglichkeit von empirischen Vorhersagen als methodologisches Leitkriterium in den Sozialwissenschaften.

In this article we outline the special position of the Austrian School (AS) among the numerous currents of modern economics, and distinguish it methodologically from mainstream economics (ME). The AS has largely remained true to classical economics in its approach and conclusions, whereas modern ME has become a “new economics” that emulates the methods of the natural sciences. The methodological instrumentalism of ME proclaims empirical prediction as the primary goal of science. The latter remains secondary in the tradition of the AS. Like classical economics, it pursues a methodological realism. It holds that theory precedes empirical analysis. Economic theory, despite all of its mistakes and incompleteness, is a priori according to the AS. Empirical analysis, on the other hand, is understood as purely descriptive. It describes the phenomena that need to be explained causally. But there is no way from empirical analysis to the realization of general causal connections. One of the most important contributions of the AS to modern economic research is the elaboration of the unsuitability of empirical prediction as methodological guiding criterion in the social sciences.

 

Ansgar Belke: Die Österreichische Schule als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Kommentar zum Beitrag von Karl-Friedrich Israel und Jörg Guido Hülsmann

 

Karl-Friedrich Israel, Jörg Guido Hülsmann: Die Österreichische Schule als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Replik zum Kommentar von Ansgar Belke

 

Hardy Hanapp: (Neo‑)Marxistische Politische Ökonomie als Gegenprogramm zur Standardökonomik

Der Beitrag gibt einen kurzen Überblick der Entwicklung politisch-ökonomischer Theorien in Marx’ Tradition und stellt darauf aufbauend die Frage nach deren kontemporärem Stellenwert. Dabei werden insbesondere vier Ausprägungen unterschieden: Matrix Marxismus, Makroökonomischer Marxismus, evolutionstheoretischer Marxismus und synthetischer Marxismus.

This article provides a brief survey on the development of theories of political economy, which follow the tradition of the contribution of Karl Marx. Building on this perspective of Marxism it then is discussed how relevant it is for contemporary problems of political economy. It is argued that its impact can be structured according to four strands of Marxism: Matrix Marxism, Macroeconomic Marxism, Evolutionary Marxism, and Synthetic Marxism.

 

Frank Beckenbach: (Neo‑)Marxistische Politische Ökonomie als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Kommentar zum Beitrag von Hardy Hanappi

 

Hardy Hanappi: (Neo‑)Marxistische Politische Ökonomie als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Replik zum Kommentar von Frank Beckenbach

 

Stefan Kolev, Nils Goldschmid, Joachim Zweynert: Neue Ordnungsökonomik. Zur Aktualität eines kontextualen Forschungsprogramms

Das jüngst neu erwachte Interesse am Ordoliberalismus im Zuge der Eurokrise sowie der drohende Ordnungszerfall der Weltwirtschaft bieten die Gelegenheit, die Ordnungsökonomik inhaltlich, methodisch und rhetorisch neu aufzustellen. Dieser Beitrag setzt sich kritisch mit dem Erbe des Ordoliberalismus auseinander und zeigt Möglichkeiten auf, wie dieses Erbe an die heutige Ökonomik anschlussfähig gemacht werden kann. Historisch lässt sich der Ordoliberalismus den kontextualen Theorieansätzen zuordnen, deren Fokus vor allem auf der Erforschung der Interdependenzen zwischen der Wirtschaftsordnung und den weiteren gesellschaftlichen Ordnungen liegt, während isolierende Ansätze vor allem die Prozesse innerhalb der Wirtschaftsordnung thematisieren. Im Rückgriff auf eine Vielzahl an kontextualen Denkern von Adam Smith bis James Buchanan und Elinor Ostrom zeigen wir, dass es sich beim Ordoliberalismus keineswegs um einen deutschen Sonderweg handelt. Die Gründe für seinen Bedeutungsverlust in den letzten Jahrzehnten werden diskutiert. Außerdem weisen wir auf Schnittstellen zu aktuellen Forschungsprogrammen hin, die für die notwendige Revitalisierung der Ordnungsökonomik genutzt werden können.

The recently awakened interest in ordoliberalism in the course of the Eurozone crisis as well as the potential collapse of the global economic order offer the opportunity to reconsider “economics of order” in terms of content, methodology and rhetoric. This paper revisits the legacy of ordoliberalism and hints at ways how this legacy can connected to contemporary economics. Historically, ordoliberalism belongs to the contextual theoretical approaches: they study primarily the interdependences between the economic order and the other societal orders, while isolating approaches focus primarily on the processes within the economic order. The paper draws on a large number of contextual thinkers from Adam Smith to James Buchanan and Elinor Ostrom and shows that ordoliberalism is by no means a case of German exceptionalism. We discuss the reasons why ordoliberalism lost its significance, and additionally point out interfaces to current research programs that can be used for the necessary revitalization of “economics of order”.

 

Björn Frank: Neue Ordnungsökonomik. Zur Aktualität eines kontextualen Forschungsprogramms: Kommentar zum Beitrag von Stefan Kolev, Nils Goldschmidt und Joachim Zweynert

 

Stefan Kolev, Nils Goldschmidt, Joachim Zweynert: Neue Ordnungsökonomik. Zur Aktualität eines kontextualen Forschungsprogramms: Replik zum Kommentar von Björn Frank

 

Bertram Schefold: Der Neoricardianismus: eine Fortsetzung klassischer Theorie

Im ersten und zweiten Teil dieses Aufsatzes wird der Neoricardianismus elementar dargestellt, um damit, dem Charakter dieses Buches entsprechend, eine allgemeine Einführung zu geben, die für Studierende verständlich sein soll, auch wenn sie sich noch wenig mit ökonomischer Dogmengeschichte beschäftigt haben. Der dritte Teil geht auf neue Entwicklungen und Erkenntnisse ein; seine Lektüre setzt ein breiteres Wissen voraus. Am Schluss weise ich auf aktuelle Verzweigungen der Forschung hin und kehre schließlich zur Person Piero Sraffas als des Begründers des Neoricardianismus zurück.

The first and the second part of this paper provides an elementary introduction to neoricardianism, which should be understandable to students, even if they have not followed a course in the history of economic thought. The third part presents later developments and insights and presupposes boader knowledge. The last part indicates recent developments of research in this domain. Eventually, I return to Piero Sraffa as the founder of neoricardianism.

 

Carl Christian von Weizsäcker: Der Neoricardianismus: eine Fortsetzung klassischer Theorie: Kommentar zum Beitrag von Bertram Schefold

 

Betram Schefold: Der Neoricardianismus: eine Fortsetzung klassischer Theorie: Replik zum Kommentar von Carl Christian von Weizsäcker

 

Aysel Yollu-Tok, Fabiola Rodríguez Garzón: Feministische Ökonomik als Gegenprogramm zur Standardökonomik

Der vorliegende Beitrag diskutiert zentrale ökonomische Ansätze, die die Geschlechterungleichheiten in Bezug auf die Verteilung von Geld und Zeit erklären. Zunächst werden Ansätze der Feministischen Ökonomik im Feld der Standardökonomie vorgestellt, um anschließend die heterodoxen Ansätze der Feministischen Ökonomik als ein Gegenprogramm zur Standardökonomik aufzuzeigen.

In this article we present key economic approaches to explain the gender devision of labour with special focus on time and income inequality. First we introduce feminist economic approaches based on mainstream economic theory. And then we present heterodox feminist economic approaches as an opposing programm to mainstream economic theory.

 

Notburga Ott: Feministische Ökonomik als Gegenprogramm zur Standardökonomik: Kommentar zum Beitrag von Aysel Yollu-Tok und Fabiola Rodríguez Garzón

 

Herbert Dawid: Potential, Erfolge und Herausforderungen der Agenten-basierten Modellierung in den Wirtschaftswissenschaften

Dieser Artikel diskutiert die Anwendung von Agenten-basierten Modellen in der volkswirtschaftlichen Forschung. Es wird eine kurze Einführung in die ökonomische Analyse mittels Agenten-basierter Modelle gegeben und die Entwicklung der entsprechenden Forschung in den letzten Jahren skizziert. Schließlich werden die wichtigsten Vorzüge des Ansatzes und auch die zentralen Herausforderungen diskutiert.

This paper discusses the application of agent-based models in Economics. A short introduction to economic analysis by means of agent-based models is given and the development of research in this area during the last years is sketched. Furthermore, the main advantages and challenges of this approach are discussed.

 

Gisela Kubon-Gilke: Potential, Erfolge und Herausforderungen der Agenten-basierten Modellierung in den Wirtschaftswissenschaften: Kommentar zum Beitrag von Herbert Dawid

 

Wolfram Elsner: Klassische Institutionenökonomik

Dieser Beitrag stellt die Grundzüge der sog. Originären Institutionellen Ökonomik (OIE), in Abgrenzung zum neoklassischen „Mainstream“ und seiner Neuen Institutionellen Ökonomik (NIE), dar. Neben den Unterschieden zum „Mainstream“ fokussiert der Beitrag auf theoriegeschichtliche Wurzeln dieses auch „Amerikanischer Institutionalismus“ genannten Paradigmas (begründet durch T. B. Veblen, J. R. Commons, W. C. Mitchell u. a.), auf metatheoretische Wurzeln im amerikanischen sog. Philosophischen Pragmatismus (C. S. Peirce, J. Dewey u. a.) und entsprechende methodologische Merkmale, auf organisatorische Verfasstheit und Wirkungsgeschichte des Institutionalismus (Personen, Schulen, Associations, Journals, Einfluss auf andere Paradigmata und Disziplinen, Politikberatung), auf Menschenbild und Handlungskonzept, auf das Verhältnis von permanentem evolutionärem Wandel und relativ stabilen sozialen Institutionen als „Zwischenlösungen“, auf den Institutionenbegriff selbst, die sog. Veblenianische „institutionelle Dichotomie“ und das darauf aufbauende Konzept des institutionellen Wandels, schließlich auf einige Anwendungsbereiche in der Theorie der Unternehmung und der Industrieökonomik sowie sein Politikkonzept.

The paper analyzes the main features of classical institutional economics, also known as evolutionary economics, original institutional economics (OIE) or American Institutionalism. We address its differences with the neoclassical “mainstream” and the new institutional economics (NIE). We reconstruct institutionalism in the history of economic thought, consider its relation to pragmatist philosophy, and discuss its ontological foundations and methodological implications. We present representatives, schools, associations, journals, and its policy impacts in the USA in the 1920s and 1930s. Also, its relations with other disciplines such as evolutionary biology, psychology, or, more recently, complex-system sciences are explained. The ideas of man and human agency, systemic perspective, evolutionary change, technological and behavioral innovations, and institutions as transitory solutions for defined collecive decision problems are discussed. Further, we explain the Veblenian institutional dichotomy and the resulting theory of institutional change. Applications considered relate to the theory of the firm, industrial economics, and policies. The paper concludes with an overall evaluation of the relevance of OIE among modern economics, social, natural, and namely complexity sciences.

 

Jan Schnellenbach: Klassische Institutionenökonomik: Kommentar zum Beitrag von Wolfram Elsner

 

Wolfram Elsner: Klassische Institutionenökonomik: Replik zum Kommentar von Jan Schnellenbach

 

Dennis A. V. Dittrich: Verhaltensökonomik als Gegenprogramm zur Standardökonomik?

Die Moderne Verhaltensökonomik ist die natürliche Weiterentwicklung der neoklassischen Standardökonomik der 1980er Jahre. Sie nutzt Erkenntnisse aus benachbarten Sozial- und Verhaltenswissenschaften, um bessere Prognosen zu den Verhaltensänderungen zu erzielen und identifiziert vermeintlich irrelevante Faktoren, deren Berücksichtigung zu besseren Politikmaßnahmen führt. Sie wird in der gesamten Breite der ökonomischen Forschung, in der Wissenschaft und Praxis angewandt. Ihr Erfolg spricht für eine Konvergenz von Verhaltensökonomik und derzeitige Standardökonomik.

Modern behavioral economics is a natural progression of the neoclassical standard economics of the 1980. It applies insights from neighboring social and behavioral sciences to improve predictions on behavioral change and to identify supposedly irrelevant factors that, if considered, will lead to better policy measures. Modern behavioral economics approaches are applied in all fields of economics, both in science and policy. Its success indicates a convergence of behavioral economics and current standard economics.

 

Christian Schubert: Verhaltensökonomik als Gegenprogramm zur Standardökonomik?: Kommentar zum Beitrag von Dennis Dittrich

 

Arne Heise: Postkeynesianismus

In diesem Beitrag geht es darum, den Postkeynesianismus als paradigmatische Alternative zum herrschenden neoklassischen Mainstream etwas näher kennenzulernen. Es zeigt sich sehr schnell, dass der Postkeynesianismus keine einheitliche Denkschule darstellt, sondern vielmehr eine Vielzahl von theoretischen Ansätzen darunter zu verstehen ist, die eine Reihe von methodologischen und epistemologischen Gemeinsamkeiten aufweist und die einige identitätsstiftende Postulate verbindet. Zum konkreten Nachvollzug dieser Postulate aus dem axiomatischen Kern des Postkeynesianismus wird dann darauf verzichtet, dass Kaleidoskop postkeynesinaischer Theorie mit kaleckianischer, kaldorianischer oder gar sraffianischer Grundlage aufzuzeigen, sondern es wird vielmehr nur ein Postkeynesianismus – die monetäre Theorie der Produktion – in seiner paradigmatischen und formalen Struktur beleuchtet und die darauf aufbauende Theorie der Marktteilnahme als alternative Theorie der Wirtschaftspolitik dargelegt.

In this article Post Keynesianism will be exposed as an alternative paradigm to mainstream neclossical economics. We will see that Poste Keynesianism is not a coherent economic model but comprises a number of theoretical approaches which share some methodological and epistemological features and postulates. In order to be able to extract such postulates form the axiomatic core of Post Keynesianism, not the kaleidoscop of different Post Keynesian theories of Kaleckian, Kaldorian or even Sraffian provenience will be presented but only one variant – the monetary Theory of Production – will be elaborated in its paradigmatic and formal structure and the market participation theory of economic policy based on its will be discussed.

 

Johannes Becker: Postkeynesianismus. Ein heterodoxer Ansatz auf der Suche nach einer Fundierung: Kommentar zum Beitrag von Arne Heise

 

Arne Heise: Postkeynesianismus. Ein heterodoxer Ansatz auf der Suche nach einer Fundierung: Replik zum Kommentar von Johannes Becker

 

Sebastian Dullien, Gustav Horn: Im Diskurs bestehen

Der Artikel zeigt die Notwendigkeit einer pluralen Politikberatung im Bereich der Wirtschaftspolitik auf. Begründet wird diese mit erkenntnistheoretischen Grundlagen, die bei der Politikberatung in Deutschland vielfach vernachlässigt werden. Dies wird anhand von Beispielen inbesondere des Sachverständigenrates aufgezeigt. Es ergibt sich zudem die Notwendigkeit einer stärkeren wissenschaftlich orientierten Politikberatung, die die Grenzen und Bedingtheiten von wirtschaftspolitischen Vorschlägen aufzeigt. Aus alldem ergeben sich Folgerungen für die Organisation der wirtschaftspolitischen Beratung in Deutschland, die insbesondere den Sachverständigenrat und die Beiräte in den Ministerien betreffen.

The article shows the need of a pluralistic economic policy advice in the field of economic policy. It is based on epistemological principles, which are often neglected in political consulting in Germany. This is is illustrated by examples, in particular from the German Council of Economic Advisers. It results in the need for a more scientifically oriented and Policy consulting that examines the limits and conditions of economic policy proposals. All of this has implications for the organisation of the economic policy consulting in Germany, which is particularly the Council of Experts and the advisory councils in the ministries.

 

Stefan Kooths: Im Diskurs bestehen. Über den notwendigen Pluralismus in der ökonomischen Politikberatung: Kommentar zum Beitrag von Sebastian Dullien und Gustav Horn

 

Sebastian Dullien, Gustav Horn: Im Diskurs bestehen. Über den notwendigen Pluralismus in der ökonomischen Politikberatung: Replik zum Kommentar von Stefan Kooths